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Seniorennachmittag

Veranstaltungskalender Israel

Die Veranstaltungsreihe möchte auf verschiedene Art die Pfarreiangehörigen auf die Pfarreireise 2017 vorbereiten.  Neben klassischen Vorträgen werden spirituelle Angebote (z.B. Gottesdienst zum Tag der Völker) und Exkursionen angeboten. Auch das Gemeinschaftsfördernde  soll nicht zu kurz kommen, so wie es beim Mittagessen zum Tag der Völker deutlich wird.

Momentan sind die folgenden Vortäge geplant bzw. wurden schon durchgeführt:

28. Februar 2016 Tag der Völker [Impressionen]
   
4. März 2016 Manfred Kulla: Nathan der Weise (Vortrag B+B)
Die Veranstaltung fand im Rahmen der ökumenischen Bildungsreihe „B+B“ statt und war gleichzeitig Bestandteil der Vortragsreihe zur Einstimmung auf die Pfarreireise nach Israel 2017.
Das weltbekannte Theaterstück „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing hat nicht an Aktualität verloren. Dies war am grossen Aufgebot der Zuhörer und Zuhörerinnen abzulesen. Diakon Manfred Kulla führte in dieses interessante Stück ein, indem er kurz die Entstehung und die Absicht dieses Stückes skizierte. Äusserer Anlass für Lessing sei die verhängte Zensur bezüglich theologischer Fragen gewesen, führte Manfred Kulla aus. Lessing liefere keine theoretische Antwort auf die Frage nach der Wahrheit der Religion und der Toleranz, sondern eine literarische, die auf die Praxis abziele.
„Nathan der Weise“ wurde am 14. April 1783 in Berlin uraufgeführt. Die Handlung spielt zur Zeit des Dritten Kreuzzugs (1189–1192) während eines Waffenstillstandes in Jerusalem.
Die berühmte „Ringparabel“ ist für Manfred Kulla ein Wegweiser für Toleranz und friedlichen Verständigung: „Lessing propagiert nicht die Überwindung aller konkreten Religionen zugunsten einer religionsfreien Humanität, sondern Menschsein durch konkrete Religion: Menschsein durch Judesein, Christsein und Moslemsein“.
   
7. April 2016 Detlef Hecking: Wo Jesus lebte. Israel als Land der Bibel
Mit dem Vortrag von Detlef Hecking erreichte die Vortragsreihe zur Einstimmung auf die Pfarreireise nach Israel 2017 ihren ersten Höhepunkt.
Detlef Hecking ist Leiter Bibelpastoralen Arbeitsstelle des Schweizerischen Katholischen Bibelwerkes und Dozent für Neues Testament am Religionspädagogischen Institut in Luzern. Er unternahm mit den Zuhörerinnen und Zuhörern eine fiktive Reise vom See Genezareth nach Jerusalem und folgte so dem Weg Jesu.
Einfühlsam erschloss Detlef Hecking die Schilderungen des Neuen Testaments und liess die Orte der Erzählungen lebendig werden. Zahlreiches Bildmaterial und authentische Münzen ermöglichten so einen lebensnahen Zugang zu Israel, dem Land der biblischen Erzählungen.
Im Anschluss an den gelungenen Vortrag entstand beim gemeinsamen gemütlichen Zusammensein eine interessante Diskussion über die neutestamentlichen Schriften als Grundlage des Glaubens, der ohne den Bezug zur jüdischen Tradition nicht denkbar ist.
   
30. April/1. Mai 2016 Elisabeth Fleckenstein: Palästinensischer Alltag. Christen im Heiligen Land
Mit dem Tag der Völker am Sonntag, 28. Februar wurde die Veranstaltungsreihe  zur Pfarreireise 2017 begonnen. Der Vortrag von Elisabeth Fleckenstein schloss den ersten Teil, nämlich die Veranstaltungen im Frühjahr 2016, ab.
Elisabeth Fleckenstein ist die Tochter des deutschen Theologen Karl-Heinz Fleckenstein und der palästinensischen Christin Luise  Fleckenstein. Das Ehepaar Fleckenstein wird uns auf unserer Israelreise 2017 begleiten.
Elisabeth Fleckenstein ist in Israel geboren und aufgewachsen und arbeitet  zurzeit in Freiburg (D) in einem Flüchtlingsheim des Deutschen Roten Kreuzes .
Sie konnte mit ihrer spannenden Erzählweise die Zuhörenden ihren Bann ziehen. Eindrücklich schilderte sie den Alltag der Christen im Heiligen Land. Sie wiess daraufhin, dass die Christen und Christinnen im Heiligen Land  Arabisch sprechen würden; eine Tatsache, die für viele Zuhörenden eine Überraschung war. Die Zahl der Christen und Christinnen nehme in den letzten Jahren rapide ab. Nur noch 2,1 % der Bevölkerung Israels sind Christen und Christinnen.
Die gewalttätige Auseinandersetzung zwischen der israelischen Staatsmacht und dem palästinischen Widerstand  verdunkle zwar die Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation, aber  die Lage sei trotzdem nicht hoffnungslos, so Fleckenstein. „Die 12 Meter hohe Mauer, die Jerusalem von Bethlehem trennt wird nicht ewig stehen. Sie wird genau so fallen wie die Berliner Mauer gefallen ist, davon bin ich überzeugt“, sagte Elisabeth Fleckenstein. Der gangbare Weg der Verständigung beginne mit dem Bekenntnis zu Abraham, dem Stammvater der Juden, der Moslime und der Christen führte sie. Mit dieser hoffnungsvollen Botschaft verabschiedete sich diese sympathische Botschafterin der Völkerverständigung.
   
19. Mai 2016 Rifaat Lenzin: Der Glaube der Moslems
Der zweite Teil der grossen Vortragsreihe zur Einstimmung auf die Pfarreireihe nach Israel 2017 steht unter der Überschrift „Vorträge im Sommer 2016“.
Rifaat Lenzin ist praktizierende Muslimin und Islam-Wissenschaftlerin. Sie ist Mitarbeiterin am Zürcher Institut für interreligiösen Dialog und Dozentin an verschiedenen Fachhochschulen der Schweiz. Riffat Lenzin wurde für ihren Beitrag zur Förderung des interreligiösen Dialogs in der Schweiz durch die Theologische Fakultät der Universität Bern mit dem Ehrendoktortitel geehrt.
Rifaat Lenzin führte in Grundlagen des Islams ein. Im Unterschied zum Christentum könne man/frau nicht dem Islam beitreten, sondern würde in den Islam geboren. Fundament des Islams ist das kurze Bekenntnis: „Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Gott gibt und dass Mohammed der Gesandte Gottes ist.“ Es schliessen sich dann als Grundpflichten das Gebt, die Sozialabgabe, das Fasten während des Fastenmonats Ramadan und die Pilgerfahrt nach Mekka.
Im Anschluss an den Vortrag bestand bei Kaffee und Kuchen die Gelegenheit mit der Referentin ins Gespräch zu kommen.
   
2. Juni 2016 Rifaat Lenzin: Anfragen an…
Christentum und Islam
Rifaat Lenzin setzte ihren Vortrag zum Thema Islam fort, indem sie am zweiten Abend ihren Schwerpunkt auf die Darstellung der Wahrnehmung des Islams durch das Christentum legte. Sie skizzierte auch die Wahrnehmung  des Christentums durch den Islam.  „Das Verhältnis beider Religion ist vor allem durch gegenseitiges Misstrauen und Vorurteile gekennzeichnet“, hielt Rifaat Lenzin fest. Sie schlug den grossen Bogen von den Anfängen des Islams bis zur Gegenwart. In der Anfangsphase des Islams hätten Christen den Islam als christliche Sekte wahrgenommen. Später hätte sich die Meinung verstärkt, der Islam sei Teil des Heidentums und  in seiner Lehre rückständig und fortschrittsfeindlich. Durch das 2. Vatikanische Konzil habe sich die Wahrnehmung entscheidend geändert. Die Konzilsväter hätten nicht die Unterschiede in Betracht gezogen, sondern die gemeinsame Berufung auf Abraham, als Vater des Glaubens. Damit wäre der Weg frei geworden für einen bescheidenen Dialog zwischen den beiden Religionen. Jedoch hätte sich die Wahrnehmung durch die Anschläge am 11. September 2001 verschlechtert. Der Islam sei wieder als eine Bedrohung für das christliche Abendland betrachtet worden.    
Das Christentum würde aus der Sicht des Islams als gewalttätig wahrgenommen. Die westliche Kultur sei schamlos und rücksichtslos. Bis zum heutigen Tag seien die Kreuzzüge und die Unterdrückung der islamischen Länder  durch den Kolonialismus  im 19. Jahrhundert ein unüberwundenes Trauma.
In der anschliessenden Diskussion lag der Schwerpunkt auf der Frage nach dem Verbindendem beider Religionen.  „Die verbindende Brücke ist der Glaube an Gott den Schöpfer aller Menschen und die Verpflichtung, sich für das Wohl seines Mitmenschen einzusetzen“, betonte Refaat Lenzin. Besonders der persönliche Kontakt zwischen Christen und Muslimen könne die Vorteile abbauen und das Verhältnis Schritt für Schritt verbessern. „Der Fortschritt beginnt im Kleinen und im Alltag“ – mit diesem Worten Rifaat  Lenzins endete ein höchst spannender Abend.      
   
24. Juni 2016 Walter Eigel: Von der Sehnsucht nach Zukunft (Vortag B+B) Was die Islamisten mit den Kreuzrittern gemeinsam haben 
Die Vorträge der Pfarrei Herz Jesu Oerlikon  „im Sommer 2016“ sind Teil der Vortragsreihe als Einstimmung auf die Pfarreireise 2017 nach Israel. Ihren Abschluss fanden sie mit dem Vortrag von Walter Eigel.
Walter Eigel ist Theologe und Experte für Entwicklungspolitik. Er war mehrere Jahre Vertreter katholischer Missions-gesellschaften bei der Europäischen Union in Brüssel.  Sein Vortrag widmete sich einem brisanten Thema:“ Die verzweifelte Suche nach Zukunft.
Was die Islamisten mit den Kreuzrittern gemeinsam haben“. Zu Beginn seines Vortrags betonte Walter Eigel, er sei sich der Brisanz durchaus bewusst und könne ein gewisses Unbehagen verstehen. Er wollte trotz aller Bedenken einen Vergleich  zwischen den mittelalterlichen Kreuzrittern und den Islamisten unserer Tage wagen. Es sei ihm fern, die Verbrechen der Islamisten mit den Kreuzrittern vor 800-900 Jahren zu vergleichen. Es gehe ihm vielmehr darum, die sozialen und gesellschaftspolitischen Voraussetzungen für solche Phänomene  zu ergründen. In beiden Prozessen werde die Religion für ein gesellschaftliches Problem vor allem der jungen Generation instrumentalisiert – sie hätten aber eigentlich herzlich wenig mit Religion zu tun. „Was dahinter steht, ist die Frustration einer ganzen Generation von jungen Menschen, die keine realistischen Zukunftsperspektiven haben und sich in ihrer Sehnsucht nach einem sinnvollen Leben betrogen fühlen“ – sagte Walter Eigel.
Neben religiösen Gründen gab es vor allem wirtschaftliche und gesellschaftliche Gründe, die die Kreuzzüge begünstigten.  Gerade bei den ersten Kreuzzüge waren viele Kreuzritter überzeugt, durch die Vertreibung der Heiden aus dem Heiligen Land Gottes Wille zu erfüllen und die Erlassung aller ihrer Sünden zu erreichen. Die religiösen Motive traten im Laufe der Zeit in den Hintergrund - besonders deutlich wird das bei der Zerstörung der christlichen Stadt Konstantinopel im Vierten Kreuzzug.
Die Hauptgründe für die Ritter das Kreuz zu nehmen waren vor allem wirtschaftlicher und sozialer Art.  In Nordfrankreich zum Beispiel erbte nur der älteste Sohn das gesamte Erbe. Die anderen gingen leer aus. Auf den Kreuzzügen erhofften die nachgeborenen Söhne eigene wirtschaftliche Unabhängigkeit zu erlangen.
Auch die Motive der Gotteskrieger liessen sich – so Eigel -  in keiner Art und Weise auf ein rein religiöses Phänomen beschränken. Sie hätten grundlegend mit den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Verhältnissen in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens und der arabischen Welt zu tun – die von denen der westlichen Welt wirklich nicht grundlegend verschieden sind.
Es geht der islamischen Jugend genauso um eine sinnvolle Zukunft – einer Zukunft, die sich von der, als Un-Wert erfahrenen gesellschaftlichen Wirklichkeit ihrer Länder deutlich unterscheidet.    
Walter Eigel resümierte: „Ob es die jungen Kreuzritter sind, ob die 68er-Generation oder fanatisierte Islamisten – sie alle haben eine Sehnsucht und ein unverfügbares Anrecht auf Zukunft“.
Wie aktuell das angesprochene Thema ist, zeigte die anschliessende sehr angeregte Diskussion, bei der sich viele Zuhörer und Zuhörerinnen beteiligten.
   
31. August 2016 Besuch der Moschee in Oerlikon
  Mit dem Besuch der Moschee in der Schwamendingenstrasse 102 wurden die Veranstaltungen zum Thema Islam abgerundet.
Die Moschee ist kulturelles und religiöses Zentrum der Muslime in Oerlikon. Träger der Moschee ist die „Türkisch-Islamische Stiftung für die Schweiz“.
Neben dem regelmässigen Gebet ist die Moschee auch Ort des Austausches und der Begegnung.  Neben der Besichtigung des Gebetsraumes stand das gemeinsame Gespräch im Vordergrund des Besuchs. Als Resultat des Besuchs kann resümiert werden, dass es bei der berechtigten Betonung der Unterschiede, viel wichtiges ist, die Gemeinsamkeiten zwischen Christentum und Islam hervorzuheben. Der gemeinsame Kontakt sei sehr entscheidend. So wurde angeregt, weiterhin im Gespräch zu bleiben und in absehbarer Zeit, ein gemeinsames soziales Projekt durchzuführen. Auf die weitere Zusammenarbeit mit der Moschee an der Schwamendingenstrasse dürfen wir also gespannt sein.
   
14. September 2016 Besuch der Synagoge in der Löwenstrasse
  Der Besuch der Synagoge in der Löwenstrasse war der Auftakt zur intensiven Auseinandersetzung mit dem Judentum innerhalb der Vortragsreihe der Pfarrei Herz Jesu Oerlikon zur Einstimmung auf die Pfarreireise nach Israel 2017.
Die Synagoge an der Löwenstrasse wird von der „Israelischen Cultusgemeinde Zürich“ unterhalten. Das 1884 im maurischen Stil errichtete Gebäude wurde im Laufe der Geschichte mehrmals renoviert und umgebaut.
Sie ist Versammlungsort für das tägliche Gebet, dem Minjamin, den Schabatt– und Feiertagsgottesdienst.

Ruth Gellis, Verantwortliche für den interreligiösen Dialog der Cultusgemeinde führte in die Besonderheiten des Synagogengottesdienstes ein. Höhepunkt des Besuchs war das Öffnen des Toraschreins. Der Toraschrein, auf Hebräisch Aron ha-Qodesch, „der heilige Schrein“, ist der Schrein, in dem die Torarollen in der Synagoge aufbewahrt werden. Dieser Schrein steht an der Vorderwand der Synagoge, die gegen Jerusalem gerichtet ist, und wird mit einer Art besticktem Vorhang (Parochet) bedeckt. Wie in den Moscheen des Islams kennt das Judentum keine bildlichen Darstellungen innerhalb des Gottesdienstraumes. Einzige Gestaltungselemente sind Verzierungen an den Wänden und bunte Fensterscheiben.  Ruth Gellis beantwortete bereitwillig alle Fragen und so entstand schnell eine angeregte Diskussion zwischen ihr und den Pfarreiangehörigen.<
   
5. Oktober 2016 Michel Bollag: Das Judentum heute
Michel Bollag, Toralehrer und Fachreferent Judentum am Zürcher Institut für interreligiösen Dialog setzte mit seinem Vortrag über die Grundlagen der jüdischen Religion die Veranstaltungsreihe zur Einstimmung auf die Israel-Reise 2017 fort.
Im Zentrum des religiösen Lebens eines gläubigen Juden stehe die Beachtung der Gesetze der Tora, besonders der Essensvorschriften. Was für einen Aussenstehenden als strikter Formalismus erscheine, sei für ein Volk, das in der Zerstreuung lebe, eine Notwendigkeit, um die eigene Identität zu wahren. „Ohne die Vorschrift des Gesetzes wäre der jüdische Glaube nach der Vertreibung der Juden aus Israel untergegangen“, so Michel Bollag.
Besonders die Feier des Schabbats sei für das Selbstverständnis der religiösen Juden von grosser Bedeutung. „Der Schabbat ist aber mehr als nur ein Tag des Ausruhens, damit die Anstrengungen der kommenden Woche bewältigt werden können. Der Schabbat ist vielmehr ein Zeichen dafür, dass der Mensch nicht über alles verfügen kann. Die Gestaltung des 7. Tages ist ihm entzogen, um Gott ins Zentrum zu stellen“, führte Michel Bollag aus. Das sei sehr befreiend und wohltuend für die Menschen.  
   
15. November 2016 Michel Bollag: Vom Volk Israel zum Staat Israel. Jüdisches Selbstverständnis
Der zweite Vortrag von Michel Bollag ist der Schlusspunkt der Vortragsreihe zur Einstimmung auf die Israel-Reise für das Jahr 2016.
Die Geschichte des Volkes Israel ist schicksalshaft mit dem Land verbunden. Die völlige Vertreibung der Juden im Jahre 135 n. Chr. durch die Römer und der Holocaust durch die Nationalsozialisten sind wichtige Stichworte, die die Gründung des Staats Israels 1948 erklären. Michel Bollag zeigte den historischen Hintergrund und die schmerzlichen Beweggründe der Staatsgründung auf.
Er betonte zu Beginn seines Vortrages die Emotionen, die dieses Thema bei ihm persönlich auslösen würde. „Ich bin zwar Schweizer, aber als Jude ist mir das Schicksal des Staates Israel nicht gleichgültig. So schwingen immer tiefe Gefühle mit, wenn ich über die Staatsgründung Israels referieren muss“, sagte Bollag. 
Ausgangspunkt der Staatsgründung sei die Entstehung der Nationalstaaten in Europa und die durch die Aufklärung ausgelöste Beseitigung der jüdischen Ghettos in den Städten Europas.  Im 19. Jahrhundert verbreitete sich der Antisemitismus als politische Ideologie in Europa, vor allem in Russland, Deutschland, Österreich und Frankreich. Sein Ziel war die Ausgrenzung und Vertreibung aller, der getauften wie sozial integrierten Juden. Bürgerliche und christlich-konservative Gesellschaftskreise verlangten die Begrenzung und Rücknahme der gerade erst erworbener Bürgerrechte der Juden.
Im März 1881 kam es in Russland zu einer Pogromwelle, die den Auftakt für weitere, schwere Ausschreitungen gegen Juden in den Folgejahren bildete. Die russischen Pogrome bewirkten eine fluchtartige, unkoordinierte Auswanderung von Juden aus Osteuropa mit verschiedenen Zielen.
Die von Theodor Herzl (1860-1904) begründete Bewegung des „Zionismus“ versuchte die Auswanderungen der Juden zu koordinieren. Die Zionistische Weltorganisation (World Zionist Organisation, abgekürzt WZO) hatte als Ziel in ihrem Programm festgelegt: „Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina“.

Ab 1900 begann eine mehr oder weniger systhematische Auswanderung europäischer und russischer Juden, die durch den 1. Weltkrieg unterbrochen wurde. In den 20-iger und 30-iger Jahren des 20. Jahrhunderts setzte sich die Einwanderungswelle fort. Die nationalsozialistische Judenverfolgung beschleunigte den Zustrom europäischer Juden nach Palästina ab 1935 erheblich.
Am 14. Mai 1948 verlas David Ben Gurion, der erste Premierminister des Staats Israels, in Tel Aviv die israelische Unabhängigkeitserklärung; damit wurde das zionistische Ziel eines Judenstaates erreicht. Die USA erkannten den neuen Staat am selben Tag an, die Sowjetunion folgte am 17. Mai. Das britische Mandat endete am 15. Mai: Mit Beginn dieses Tages griffen die Armeen Transjordaniens, des Irak, des Libanon, Ägyptens und Syriens Israel an. Israel besiegte sie im Palästinakrieg mit Hilfe von Waffenlieferungen aus West- und Osteuropa, der Sowjetunion und den USA. Nun begann in Israel die legale Masseneinwanderung von Juden aus Europa.
Der Sechstage-Krieg von 1967 hatte massive Gebietsgewinne Israels zur Folge. Am Ende des Krieges kontrollierte Israel den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, die Golanhöhen, das Westjordanland und Ostjerusalem.
Die Siedlungspolitik Israels und die gewaltsamen Aufstände der palästinenischen militärischen Organisationen belasten in den letzten Jahrzehnten die Freidensbemühungen im Nahen Osten.

Am Ende des ausführlichen historischen Überblicks der Staatsgründung Israels gab Michel Bollag zu bedenken: So lange die israelische, so wie palästinensiche Seite auf ihrer Opferrolle in diesem Konflikt beharren würden, sei keine friedliche Lösung in Sicht. Auf alle Fälle dürfe an der Existenzberechtigung des Staates Isreals nicht gerüttelt werden.
Die ausführliche Diskusssion machte die Vielschichtigkeit der Probleme im Heiligen Land deutlich. Diakon Manfred Kulla schloss mit dem hoffnungsvollen Wunsch: „Wir dürfen hoffen, dass die Betonung Abrahams als gemeinsamen Stammvater der Juden, Christen und Moslemns langfristig Wege der Versöhnung, des Friedens und des Zusammenlebens aufzeigen möge“.
   
12. Januar 2017 Gottfried Egger: Die Söhne des heiligen Franz von Assisials Wächter der heiligen Stätten der Christenheit
Die Vortragsreihe zur Einstimmung auf die Israel-Reise 2017 wurde mit einem Vortag von Pater Gottfried Egger fortgesetzt. Pater Egger ist Mitglied des Kapuzinerordens und stammt aus Oerlikon. So war seine Anwesenheit in Oerlikon für ihn so etwas wie ein Heimkehren. E wirkt als Franziskaner-Kommissar des Heiligen Landes für die Schweiz. In dieser Tätigkeit begleitet er regelmässig Pilgergruppen aus der Schweiz und Lichtenstein ins Hl. Land. Sein Vortrag mit dem Titel  „Die Söhne des Hl. Franz v. Assisi als Wächter der hl. Stätten der Christenheit“ widmete sich dem segensreichen Wirken der Franziskaner im Hl. Land.
Seit 1342 hat der Franziskaner Orden das Mandat von der Kirche erhalten 'Wächter der hl. Stätten im Heiligen Land' zu sein. 50 biblische Stätten in Israel, Palästina, Jordanien und Syrien sind ihrer Obhut anvertraut.
Pater Egger  schlug einen Bogen von den Anfängen ihres Wirkens bis zur heutigen Zeit. Sein grosses Wissen über das Hl. Land hat Pater Egger in mehreren Büchern zusammengefasst. Seine Ausführungen unterstütze er mit eindrücklichen Bild und Filmmaterial. Aufgrund seiner reichen Erfahrung gelang es ihm die Zuhörer und Zuhörerinnen zu fesseln.
   
21. März 2017 Detlef Hecking: Jerusalem Stadt der drei Schrift-Religionen
   
22. bis 30. April 2017 Pfarreireise nach Israel
   
Die genauen Termine können jeweils kurz vor den Anlässen dem forum oder der Seite AKTUELLES entnommen werden.

Informationen zu den Veranstaltunen im Frühjahr 2017 finden sich hier.
   
   
   
   
   
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